Almas Momente

Theaterstück von Hans Zimmer

THEATER in der LIST

Infos zum Event:

Berührendes Theaterstück über Alters-Demenz HANNOVER. "Ich halt es nicht mehr aus!", bricht es aus Tochter Olivia (Inga Kolbeinsson) verzweifelt heraus. Ihre alte Mutter Alma (Sibylle Brunner), die dement ist, schaut sie verständnislos an. In dem Zwei-Personen-Stück "Almas Momente - ein Fotoalbum" von Autor und Regisseur Hans Zimmer geht es um das Thema Demenz, um eine Mutter-Tochter-Beziehung und wie die Krankheit das Leben beider (bereits) verändert (hat). Es ist eine Geschichte über Liebe, Sorge, Konflikte, Überforderung - desweiteren über Kontrollverlust, Orientierungslosigkeit und den voranschleichenden Verlust von Persönlichkeit. Zimmer hat daraus ein sensibles, packendes und berührendes Kammerspiel gemacht, das ein stetiges Wechselbad der Gefühle hervorruft. Die Zuschauer im Theater in der List erleben Momente von scheinbarer Normalität, Verrücktheit, Traurigkeit, Hoffnung, Dramatik. Doch auch Schmunzeln, Lachen und Poesie gibt es. Passend zu all dem, die eingespielte geheimnisvoll-tiefe Musik von Elias Faingersh. Die Besetzung ist ein Glück. Beide Darstellerinnen harmonieren bestens miteinander, geben sich gegenseitig Raum und erschaffen gemeinsam ein intensives Theatererlebnis. Wobei Kolbeinsson in Abständen auch direkt zum Publikum spricht. Eindrucksvoll und exzellent in Mimik, Gestik, Körperhaltung und Sprache, spielt Brunner (erst kürzlich 80 Jahre geworden, ehemaliges Ensemble-Mitglied des Niedersächsischen Staatstheaters Hannover) die demenzkranke Alma mit ihren plötzlichen einsetzenden Verhaltens- und Bewusstseins-Änderungen. Spielt ausdrucksstark das plötzliche Umschalten Almas, die sogleich ihre eigene Tochter nicht mehr erkennt, sie siezt und sie sogar aggressiv als "Fremde" (mit lauter Stimme: "Lassen Sie mich!") auf Distanz hält oder gar vertreibt. Da atmen alle tief durch. Ebenso, wenn sie gar nicht mehr kommunizieren kann, ins Leere starrt oder verwirrte Handlungen tätigt. Dabei wird ein Kopfkissen zu einem von ihr liebevoll "betreuten" Baby, da schiebt sie den Kinderwagen hin und her, da ruft sie, im übergestreiften Hochzeitskleid, nach ihrem längst verstorbenen Ehemann Fritz... Sehr gut auch Kolbeinsson als Tochter und Fotografin Olivia, der eigentlich nichts weiter übrig bleibt als ständig auf ihre Mutter zu reagieren. Überzeugend spielt sie Olivias kräftezehrende Ambivalenz zwischen aufopfernder Hilfe (die Mutter bestens zu betreuen, ihr zu helfen, ihre Würde zu bewahren) und ihrem eigenen Leben, dass ihr aufgrund der Betreuung abhanden kommt. Ihre Liebesbeziehung zu ihrem imaginären Freund Oliver gerät auf Distanz, Treffen muss sie absagen. Sie pendelt zwischen Geduld, Ungeduld, Verzweiflung und Hilflosigkeit. Was ihr hilft ist ihre Fotokamera mit der sie ihre Mutter portraitiert - es werden Bilder (aus dem Privatbesitz von Brunner) eingeblendet. Und dann die Freude, wenn die Mutter wieder klar ist. Bei den "hellen Momenten" der Mutter leben beide auf, besonders die Tochter. Die Mutter ist dann wieder ganz sie selbst, Miteinander sprechen auf Augenhöhe wird wieder möglich - auch umarmen (was nahe geht). Gemeinsam Erlebtes und Familiäres wird erzählt, auch Konflikte ausgetragen. Und glücklich erzählt Alma von ihrer Arbeit als Theater-Souffleuse ("Ich habe das Theater geliebt, und das Theater mich!"), zitiert aus Stücken, bis ihr die Worte fehlen. Ein vielschichtiges Stück (es wurde von Brunner angeregt), vielschichtig gespielt, und eines, das die Erfahrungen vieler Zuschauer widerspiegelt. Nach einem Moment der Stille, langer, kräftiger Applaus mit Fusstrappeln. Christian Seibt Neue Presse Hannover *****
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